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DMP Koronare Herzkrankheit

Am 28. Juli 2004 vereinbarten die Vertragspartner in Nordrhein das Disease Management Programm Koronare Herzkrankheit (KHK). Seit August 2004 können sich Ärzte und Krankenhäuser an dem Programm beteiligen und Versicherte in das DMP einschreiben. Grundlage hierfür ist der Vertrag zwischen der KV Nordrhein und den nordrheinischen Krankenkassen.
>> DMP-Vertrag für Koronare Herzkrankheit

Definition und Prävalenz der KHK

Die KHK ist die Manifestation der Artherosklerose an den Herzkranzarterien. Von den häufig noch symptomfreien Frühstadien der Erkrankung bis hin zu den fortgeschrittenen Stadien mit einer Angina pectoris-Symptomatik verschlechtert sich dabei das Verhältnis von Sauerstoffbedarf und -angebot im Herzmuskel. Herzinsuffizienz, Herzinfarkt und Herzrhythmusstörungen sind die bedeutendsten klinischen Manifestationen der KHK und gelten derzeit als führende Todesursachen in Deutschland (RKI, 2006).

Die Prävalenz der KHK in der Bevölkerung wird in der vierten Lebensdekade bei Männern auf etwa 2 % geschätzt, sie erhöht sich bis zum Alter von 60 bis 69 Jahren auf über 12 %. Bei Frauen scheint sie in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen unter 1 % zu liegen und auf über 7 % im Alter von 60 bis 69 Jahren anzusteigen. Für die Region Nordrhein geht die Kassenärztliche Bundesvereinigung auf der Basis der Abrechnungsdaten des 4. Quartals 2001 von über 800.000 KHK-Patienten aus.

Ziele des DMP KHK

Das DMP KHK soll die Qualität der Langzeitversorgung von Patienten mit koronarer Herzkrankheit durch einen strukturierten und kontinuierlichen Behandlungsverlauf sichern und verbessern. Die drei Therapieziele des Programms sind

  • die KHK-bedingte Mortalität zu verringern,
  • die kardiovaskuläre Morbidität zu verringern, das heißt Herzinfarkte zu vermeiden und die Entwicklung einer Herzinsuffizienz zu verhindern sowie
  • die Lebensqualität von Patienten mit stabiler Angina pectoris durch das Vermeiden spezifischer Beschwerden zu erhöhen und die körperliche Belastungsfähigkeit zu erhalten.

Um diese Ziele umzusetzen, soll sich die Behandlung der Patienten an evidenzbasierten Leitlinien orientieren sowie eine qualitätsgesicherte und wirtschaftliche Arzneimitteltherapie erfolgen. Darüber hinaus sollen die Versorgungsebenen miteinander kooperieren und die vertraglich vereinbarten Anforderungen an die Strukturqualität eingehalten werden. Die Vollständigkeit, Qualität und Verfügbarkeit der Dokumentationen ist zu gewährleisten und schließlich sollen sich die Patienten aktiv an dem DMP beteiligen.

Teilnahme am DMP KHK

Für die Einschreibung in das DMP Koronare Herzkrankheit wird vorausgesetzt, dass entweder

  • ein Koronarsyndrom, z. B. ein Herzinfarkt, anamnestisch bekannt ist oder
  • ein eindeutiger pathologischer Herzkatheterbefund vorliegt oder
  • eine hohe Wahrscheinlichkeit (mindestens 90%) besteht, dass der Verdacht auf Vorliegen einer KHK zutreffend ist.

Der Patient sollte von einer Einschreibung profitieren und aktiv an dem DMP teilnehmen. Eine Einschreibung in weiteren Disease Management Programmen ist zulässig.

Als koordinierender Arzt sind an der hausärztlichen Versorgung teilnehmende Vertragsärzte vorgesehen. Darüber hinaus kann diese Aufgabe unter bestimmten Bedingungen auch von einem qualifizierten Facharzt übernommen werden, wenn der Patient vor Einschreibung schon dauerhaft von diesem Arzt betreut wurde oder die Betreuung medizinisch erforderlich ist.

Beteiligungen am DMP KHK in der KV Nordrhein

Derzeit nehmen am DMP KHK Ärzte (davon Kardiologen), Praxen, 64 Krankenhäuser und Patienten teil (Stand: 2013).


Abbildung: Aktuell dokumentierte Patienten und teilnehmende Ärzte pro Quartal

Literatur

Robert Koch-Institut (Hrsg.) (2006). Gesundheit in Deutschland. Berlin:RKI.

Copyright © 2007 Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland