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DMP Diabetes mellitus Typ 2

Am 6. Mai 2003 vereinbarten die Vertragspartner in Nordrhein das Disease Management Programm Diabetes mellitus Typ 2. Seit Juni 2003 können sich Ärzte und Krankenhäuser an dem Programm beteiligen und Versicherte in das DMP einschreiben. Grundlage hierfür ist der Vertrag zwischen der KV Nordrhein und den nordrheinischen Krankenkassen.
>> DMP-Vertrag für Diabetes mellitus Typ 2

Definition und Prävalenz des Diabetes mellitus Typ 2

Der Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) stellt die häufigste endokrine Störung dar. Hierunter werden verschiedene Formen der Störung des Glukosestoffwechsels mit jeweils unterschiedlicher Ätiologie und Symptomatik zusammengefasst. Ihr gemeinsames Kennzeichen ist der relative bis absolute Mangel an Insulin. Der Diabetes mellitus Typ 2 erstreckt sich über die Spanne von der dominierenden Insulinresistenz mit Hyperinsulinämie bis hin zu einem Sekundärversagen mit Insulinresistenz. Eine chronische Hyperinsulinämie und Insulinresistenz führen in der Regel zur Erschöpfung der Beta-Zellfunktion. Übergewicht, meist verbunden mit einer Fettstoffwechselstörung und Bluthochdruck, gilt als Risikofaktor für einen Diabetes mellitus Typ 2.

Die Prävalenz des manifesten Diabetes mellitus Typ 1 und 2 in Deutschland wird auf ca. 5 % der Bevölkerung geschätzt, dies entspricht einer Anzahl von etwa 4 Mio. Menschen (Bundesgesundheits-Survey, 1998). Etwa 5 % bis 10 % der Erkrankten haben einen Typ 1-Diabetes. Die Prävalenz des Typ 2-Diabetes steigt mit dem Alter und hat während der letzten Jahrzehnte in Deutschland, wie auch weltweit, zuge-nommen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung geht für das Jahr 2003 aufgrund diagnosebezogener Angaben in der Abrechnung von Hausärzten von über 400.000 gesetzlich versicherten Typ 2-Diabetikern im Versorgungsgebiet der KV Nordrhein aus.

Ziele des DMP Diabetes mellitus Typ 2

Im Vertragstext (§ 1, Abs. 2) zu dem DMP Diabetes mellitus Typ 2 sind die folgenden Ziele festgelegt:

  • Vermeiden diabetestypischer Symptome, wie z. B. Polyurie, Polydipsie oder Abgeschlagenheit, einschließlich neuropathischer Symptome und Vermeiden therapiebedingter Nebenwirkungen, vor allem schwerer Hypoglykämien, sowie schwerer hyperglykämischer Stoffwechselentgleisungen
  • Reduzieren des erhöhten kardialen, zerebrovaskulären und sonstigen makroangiopathischen Morbiditätsrisikos sowie des Mortalitätsrisikos
  • Vermeiden mikrovaskulärer Folgekomplikationen, vor allem einer Retinopathie mit schwerer Sehbehinderung oder Erblindung und einer Niereninsuffizienz mit der Notwendigkeit einer Dialyse
  • Vermeiden des diabetischen Fußsyndroms mit neuro-, angio- oder osteopathischen Läsionen und Vermeiden von Amputationen

Allgemein soll die Lebenserwartung der Patienten erhöht und die durch den Diabetes beeinträchtigte Lebensqualität erhalten oder verbessert werden. Abhängig vom Alter und eventuellen Begleiterkrankungen sind mit dem Patienten individuelle Therapieziele anzustreben.

Teilnahme am DMP Diabetes mellitus Typ 2

Für die Einschreibung in das DMP Diabetes mellitus Typ 2 wird vorausgesetzt, dass entweder

  • diabetestypische Symptome, z. B. Polyurie oder Polydipsie, anamnestisch bekannt sind und die Nüchtern-Glukose im Plasma bei 126 mg/dl oder höher liegt bzw. bei Abwesenheit diabetischer Symptome
  • mindestens zweimal für die Glukose im Plasma ein Wert ≥ 126 mg/dl nüchtern und ≥ 200 mg/dl postprandial oder zwei Stunden nach oraler Glukosebelastung nachgewiesen wurde oder
  • bereits eine Therapie mit diabetesspezifischen, blutglukosesenkenden Medikamenten erfolgt.

Der Patient sollte von einer Einschreibung profitieren und aktiv an dem DMP teilnehmen. Eine Einschreibung eines Patienten in weitere Disease Management Programme ist zulässig.

Als koordinierender Arzt sind an der hausärztlichen Versorgung teilnehmende Vertragsärzte vorgesehen. Darüber hinaus kann diese Aufgabe unter bestimmten Bedingungen auch von einem diabetologisch qualifizierten Facharzt übernommen werden, wenn der Patient vor Einschreibung schon dauerhaft von diesem Arzt betreut wurde oder die Betreuung medizinisch erforderlich ist.

Beteiligungen am DMP Diabetes mellitus Typ 2 in der KV Nordrhein

Derzeit nehmen am DMP Diabetes mellitus Typ 2 Ärzte (davon in DSPen, und in Fußambulanzen), Praxen, 58 Krankenhäuser und Patienten teil (Stand: 2013).


Abbildung: Aktuell dokumentierte Patienten und teilnehmende Ärzte pro Quartal

Literatur

Robert Koch-Institut (Hrsg.) (1998). Der Bundes-Gesundheitssurvey 1998. Beiträge zur Gesundheitsberichtserstattung des Bundes. Berlin: RKI.

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