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DMP Diabetes mellitus Typ 1

Das DMP Diabetes mellitus Typ 1 ist in Nordrhein zum 01.04.2006 gestartet worden. Grundlage hierfür ist der Vertrag zwischen der KV Nordrhein und den nordrheinischen Krankenkassen.
>> DMP-Vertrag für Diabetes mellitus Typ 1

Definition und Prävalenz des Diabetes mellitus Typ 1

Diabetes mellitus Typ 1 ist gekennzeichnet durch einen zunehmenden bis absoluten Insulinmangel infolge der sukzessiven Zerstörung der Betazellen und immunologisch bedingt. Hierbei sind oft Autoantikörper nachweisbar, z. B. ICA gegen Inselzellen, IAA gegen Insulin oder GAD gegen Glutamatdecarboxylase.

Die Schätzungen zur Prävalenz des Typ-1-Diabetes in der Bevölkerung schwanken zwischen 0,2 % und 0,8 %, wobei ähnlich wie beim Typ-2-Diabetes von einer zunehmenden Erkrankungshäufigkeit ausgegangen wird. Für die Region Nordrhein ist von ca. 20-30 Tsd. Typ-1-Diabetikern auszugehen.

Ziele des DMP Diabetes mellitus Typ 1

Das DMP Diabetes mellitus Typ 1 soll dabei helfen, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern und diabetesbedingte bzw. -assoziierte Folgeschäden zu vermeiden. Therapieziele sind im Einzelnen:

  • mikrovaskuläre Folgeschäden wie z. B. eine Retinopathie mit schwerer Sehbehinderung oder Erblindung oder eine Niereninsuffizienz mit der Notwendigkeit einer Nierenersatztherapie zu vermeiden
  • Neuropathien zu vermeiden bzw. die damit verbundenen Symptome, insbesondere Schmerzen zu lindern
  • das diabetische Fußsyndrom mit neuro-, angio- und/oder osteoarthropathischen Läsionen sowie Amputationen zu vermeiden
  • das erhöhte Risiko für kardiale, zerebrovaskuläre und sonstige makroangiopathische Morbidität und Mortalität zu verringern
  • Stoffwechselentgleisungen (Ketoazidosen) und Nebenwirkungen der Therapie, insbesondere schwere oder rezidivierende Hypoglykämien, zu vermeiden

Für Kinder und Jugendliche wird zusätzlich noch gefordert, eine altersgerechte körperliche und geistige Entwicklung zu gewährleisten sowie die psychosoziale Entwicklung und soziale Integration möglichst wenig zu beeinträchtigen. Um diese Ziele umzusetzen, soll sich die Behandlung der Patienten an evidenzbasierten Leitlinien orientieren sowie eine qualitätsgesicherte und wirtschaftliche Arzneimitteltherapie erfolgen. Darüber hinaus sollen die Versorgungsebenen miteinander kooperieren und die vertraglich vereinbarten Anforderungen an die Strukturqualität eingehalten werden. Die Vollständigkeit, Qualität und Verfügbarkeit der Dokumentationen ist zu gewährleisten und schließlich sollen sich die Patienten aktiv an dem DMP beteiligen.

Teilnahme am DMP Diabetes mellitus Typ 1

Die Diagnose eines Diabetes mellitus Typ 1 gilt als gestellt, wenn die folgenden Kriterien bei Aufnahme in das DMP erfüllt sind oder sich aus der Vorgeschichte des Patienten bei der Manifestation der Erkrankung ergeben (siehe Anlage 6 des DMP Vertrags Diabetes mellitus Typ 1):

  • Nachweis typischer Symptome des Diabetes mellitus (z. B. Polyurie, Polydipsie, ungewollter Gewichtsverlust) und/oder einer Ketose/Ketoazidose und
  • Nüchtern-Glukose vorrangig im Plasma (i.P) ≥ 7,0 mmol/l ≥126 mg/dl) oder Nicht-Nüchtern-Glukose i.P. ≥ 11,1 mmol/l (≥ 200 mg/dl) und
  • ggf. laborchemische Hinweise für einen absoluten Insulinmangel (z.B. Nachweis von Keton-Körpern in Blut und/oder Urin mit und ohne Azidose)

Der Patient sollte von einer Einschreibung profitieren und aktiv an dem DMP teilnehmen. Eine Einschreibung eines Patienten in weitere Disease Management Programme ist zulässig.

Die Dokumentation und Betreuung sollte durch einen diabetologisch besonders qualifizierten Arzt / Einrichtung erfolgen. In Einzelfällen kann die Aufgabe des koordinierenden Arztes auch von Hausärzten wahrgenommen werden, dieser ist verpflichtet, unter bestimmten Vorraussetzungen zum jeweils qualifizierten Facharzt / Einrichtung zu überweisen.
Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sollten grundsätzlich durch einen diabetologisch qualifizierten Pädiater/pädiatrischen Einrichtung betreut werden.

Beteiligungen am Diabetes mellitus Typ 1 in der KV Nordrhein

Derzeit nehmen am DMP Diabetes mellitus Typ 1 Ärzte ( in DSPen, und in Fußambulanzen), Praxen, 16 Krankenhäuser und Patienten teil (Stand: 2013).


Abbildung: Aktuell dokumentierte Patienten und teilnehmende Ärzte pro Quartal
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